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Aktuellste
Entwicklung:
Da
sich gerade aus aktuellem
Anlass die Anfragen häufen, hier ein kleiner Kommentar dazu
von uns:
Ja, wir haben eine
Kündigung der Gesa (Hauseigentürmerin) erhalten. Der Kündigung
wurde fristgerecht, per Anwalt widersprochen.
Ungeachtet dessen befinden wir uns mitten in einem konstruktiven Gespräch
mit der Hausverwaltung und dem Bezirksbürgermeister.
Wir hoffen auf einen positiven Ausgang der Verhandlungen.
Darum bitten wir um Verständnis, dass seitens des SO36 bis auf
weiteres keine Interviews dazu geführt werden.
Wir melden uns,
sobald es Neuigkeiten gibt.
SO36
- 30 JAHRE OHNE MAUER SIND GENUG
Das Kollektiv für Kultur- und Musikveranstaltungen SO36
in der Kreuzberger Oranienstraße feiert dieses Jahr sein 30jähriges
Bestehen.
Doch das SO36 ist gerade jetzt massiv bedroht. Ein gewöhnlicher
Nachbarschaftskonflikt um Ruhestörung hat sich zu einer existenz-bedrohenden
Krise ausgeweitet. Letztlich scheint eine mehrere Meter hohe Schallschutzmauer
die einzige Möglichkeit, das Weiterbestehen des SO36 in Kreuzberg
zu sichern.
Was ist passiert? In den letzten Monaten gab es Beschwerden eines
Nachbarn, der sich vom SO36 durch sein Küchenfenster gestört
fühlt.
Wir haben alles in unserer Macht stehende versucht, zu einer einvernehmlichen
Lösung zu gelangen, da ein gutes Nachbarschaftsklima immer wichtig
für uns war. Der gegenseitige Respekt ist ein Grundbaustein der
Vielfältigkeit, die Kreuzberg auszeichnet. Es war uns jedoch diesmal
nicht möglich, den Konflikt unbürokratisch zu lösen.
Die neuste Entwicklung ist eine offizielle Anordnung vom Wirtschafts-
und Ordnungsamt des Bezirks.
Am 27. Februar erreichte uns ein Schreiben mit Auflagen zur Lärmreduzierung.
Natürlich bedeutet so ein Brief noch nicht das Ende, aber wir können
diese Auflagen so zunächst nicht erfüllen. Denn das, was sich
offiziell Lärmreduzierung in Wohn- und Mischgebieten nennt, heißt
für uns konkret: Konzerte in "Zimmerlautstärke". Um zu einer
einvernehmlichen Lösung zu kommen, führt letztlich kein Weg
an umfangreichen bauakustischen Maßnahmen im SO36 vorbei. Zentrum
dieser Maßnahmen wird die Errichtung einer Schallschutzmauer neben
unserem Gebäude sein. Das SO36 ist jedoch finanziell nicht in der
Lage, die Kosten ( etwa 80.000€) für den Bau der Mauer zu
tragen.
Ohne Unterstützung bedeutet dies das Ende des SO36.
30
Jahre SO36 in Kreuzberg
Seit
30 Jahren spiegelt sich im SO36 das wieder, wofür Kreuzberg geliebt
und gehasst wird. Seit 1979 arbeiten wir im und mit dem Kiez für
bezahlbare Kultur. 30 Jahre SO36, das heißt 30 Jahre kollektive,
linke und schwullesbische Untergrundkultur in Zusammenarbeit mit unzähligen
sozialen und politischen Projekten.
Das SO36 ist einer der wenigen Ausbildungsbetriebe im Kiez mit derzeit
6 Auszubildenden! Insgesamt sind es weit über 50 Menschen, die
durch das SO36 in ihrem Kiez Arbeit haben, die vom und mit dem SO36
leben. Wir sind alt, jung, schwul, lesbisch oder andersrum, wir sind
Punks und StudentInnen, JobberInnen und Festangestellte, Über-
und Unterqualifizierte. Viele von uns haben einen sogenannten Migrationshintergrund,
haben Wurzeln in Anatolien oder dem Maghreb, im Breisgau oder Cottbus.
Wir reden nicht nur davon - wir sind die kulturelle Vielfalt im Kiez!
Wir sind keine neue Alternative zu Media-Spree und Umstrukturierung,
wir sind schon lange hier und durch und mit uns ist Kreuzberg erst zu
dem geworden, was es heute so außergewöhnlich und weit über
die Grenzen Berlins hinaus bekannt macht.
Nach wie vor bedienen wir nicht nur Kommerz und aktuelle Trends - bei
uns gibt es fast alles an Subkultur, von Punk und Hardcore über
HipHop von und mit Jugendlichen aus dem Kiez bis zu schwullesbischem
Standardtanz bei deutscher Schlagermusik. Ein Highlight ist unser monatliches
KiezBingo zugunsten sozialer und politischer Projekte, für das
Geschäfte und Kneipen aus der Umgebung die Gewinne sponsern.
Was wir wollen
Es war 30 Jahre lang kein Problem das SO36 so zu betreiben wie es ist.
So wie die Hochbahn seit 100 Jahren durch den Kiez rattert und trotz
Sanierung nachts immer noch lauter ist als wir, muss auch das SO36 erhalten
bleiben. In den letzten Jahren hat sich auch bei uns einiges verändert.
Durch vielfältige Investitionen zur Soundverbesserung sind wir
effizienter und leiser geworden. Aber es gibt eine Grenze, an der es
nicht mehr weiter geht. Wir können und wollen keine Konzerte und
Partys auf Zimmerlautstärke veranstalten.
Bezirk und Stadt müssen eine Lösung finden! Es sind nicht
die oft bemühten Sachzwänge, die dem Fortbestehen des SO36
im Wege stehen, sondern es ist eine politische Entscheidung. Wenn es
möglich ist, Großprojekten wie der O2-World Millionen für
infrastrukturelle Anbindung zu gewähren und Lärm-Sonderverordnungen
zu erlassen, dann kann es nicht unmöglich sein, eine Lärmschutzmauer
für das SO36 zu finanzieren.
Wir sind eine kulturelle, soziale und wirtschaftliche Bereicherung.
Deshalb
fordern wir von Bezirk und Stadt:
· Gebt uns Geld für eine Schallschutzmauer, damit wir unsere
Arbeit fortsetzen können.
· Es ist nicht an der Zeit dem SO36 Steine in den Weg zu legen,
sondern Bedingungen zu schaffen, damit es weiter geht. Wir brauchen
weder Lippenbekenntnisse noch Auflagen, sondern konkrete Unterstützung!
Es geht um die Entscheidung für oder gegen unsere Kultur.
Wir
sind laut und wir wollen es auch bleiben, nicht gegen, sondern mit unseren
Nachbarn.
Wir
werden nicht kampflos aufgeben.
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Was
du tun kannst:
Wir
fordern eine politische Lösung, also muss die Politik auch erfahren,
daß dieses Problem viele betrifft.
Laß
sie es wissen, indem du ihnen eine mail schreibst! Schließlich
ist dieses Jahr ein "Superwahljahr"!
1.
Wir haben die e-mail liste jetzt runter genommen. Einige Parteien haben
die Adresse abgestellt, andere uns angefleht, sie runter zu nehmen,
weil sie wirklich schon alles in ihrer Macht stehende täten...
wir werden sehen, ob sie Ihren Worten auch Taten folgen lassen. Vielleicht
kommen wir auf eine Liste zurück, wenn es Not tut!
Aber
vielleicht fallen euch ja noch andere Menschen ein, die davon wissen
sollten? Abgeordnete eures Wahlkreises? Sonst wer?
Überhaupt,
wir sind für jeden Vorschlag, jede Anregung und jedes Hilfsangebot
dankbar!!
Die
Grünen, Christian Ströbele und Franz Schulz
kümmern sich bereits um eine Lösung.
Wir freuen uns und haben deshalb jetzt deren Adresse aus dem Verteiler
entfernt...
Hier
ein Entwurf, wie eine solche email z.B. aussehen könnte:
Sehr
geehrte Damen und Herren,
wie
ich gehört habe ist das SO36 aufgrund einer amtlichen Auflage zur
Lärmreduzierung durch den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg akut
schließungsbedroht. Aufgrund dieser Anordnung scheinen nur bauliche
Maßnahmen (Schallschutzmauer) den Erhalt des SO36 zu sichern.
Meiner Meinung nach ist es die Aufgabe des Bezirks Rahmenbedingungen
für ein Nebeneinander von Kita und Kultur, Wohnen und Nightlife
in Kreuzberg zu schaffen!
Ich fordere Sie als politsch Verantwortlichen auf, finanzielle Mittel
für eine Schallschutzmauer zur Verfügung zu stellen, damit
das SO36 als sozio-kultureller Ort dem Kiez erhalten bleibt!
Mit
freundlichen Grüßen,
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